Einblick, April 2020

 

Mit diesem Artikel möchte ich einen Einblick in unser Familienleben und unseren Alltag in Corona-Zeiten geben.

 

Wahrscheinlich sieht es bei uns ähnlich aus, wie in den meisten Familien, die nun ihre Kinder von zuhause aus betreuen. Jetzt in diesem Moment zum Beispiel, macht meine Tochter Nora (1. Klasse) Hausaufgaben, mein Sohn Yannik hört ein Hörspiel in seinem Zimmer, mein Mann sitzt in seinem Studio und schneidet ein aufgenommenes Hörspiel aus einem seiner Workshops zusammen und ich sitze an meinem Schreibtisch und kümmere mich um die neueste Ausgabe des platin-e Rückblicks.

 

Die Auftragslage ist reduziert – klar meine Kunden arrangieren sich auch erst mal neu und wissen teilweise nicht, wie es weiter geht und vor allem, wie lange wir noch in diesem Ausnahmezustand der Corona-Zeit bleiben. 

 

Mein Mann und ich arbeiten viel vom Home-Office aus, daher war für uns die Situation, nun nur noch von zuhause aus zu arbeiten, nicht ungewöhnlich. Mein Mann, der mit vielen Veranstaltungen in der Jugendarbeit und auch im privaten Bereich sein Geld verdient, hat natürlich jede Menge Absagen erhalten für seine Außentermine und -veranstaltungen.

Bei mir ist die Auftragslage auch sehr eingeschränkt. Da aber die Mehrbelastung im Haushalt und die Kinderbetreuung viele Stunden am Tag beanspruchen, paßt es jetzt gerade so, wie es ist, für mich und meinen Mann.

 

Wir als Familie verfolgen schon von Anfang an einen konkreten Tagesplan, einfach um Struktur in den Tag zu bekommen und nicht ständig alles neu untereinander aushandeln zu müssen, wie z.B. Fernsehzeiten, Aufräumen, Schulaufgabenzeit. Genauso sind aber auch Zeiten für die Kinder und die gesamte Familie eingeplant, auf die wir unsere Kinder vertrösten können. Ebenso, wie Arbeitszeiten für Mama und Papa, da haben die Kinder „leise Spielzeit”.

 

Zum Glück kennen es unsere Kinder, sich auch mal eine Weile alleine zu beschäftigen, das kam auch vor Corona häufig mal vor. Und da sie sich sehr gut verstehen, spielen sie die meiste Zeit miteinander.

 

Natürlich fordert uns die Erziehung und Betreuung der Kinder momentan stark, denn es ist ja, wie in fast allen Familien: Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander, es müssen neue Grenzen und Regeln gesetzt werden, um das Familienleben Tag für Tag miteinander leben zu können, aber eben auch schöne entspannte Zeiten möglich sind.

 

Letztens haben meine Kinder und ich einen kleinen Fahrradausflug in die Müga unternommen und man merkte ihnen deutlich an, wie sehr sie sich freuten, mal raus zu kommen und etwas anderes zu sehen, als nur unser Haus und unseren Garten. Die Kletterbäume im Stadthallengarten bieten auch genug Möglichkeiten sich auszupowern – die Spielplätze sind ja leider zur Zeit gesperrt. 

 

Was wirklich schön ist, ist dass wir als Familie zusammen wachsen und diese Herausforderung ganz gut meistern, zumindest bis hierhin. Wir haben viel Zeit füreinander und dennoch gehen die Tage fast schon zu schnell um. Das höre ich von vielen Menschen, um mich herum…

 

So, jetzt ist bei uns „Aufräumzeit” - ich mache mich also mal an die Arbeit!

Yannik (5) und Nora (7)

Tagesplan unserer Familie

Eine unserer Familienregeln